Telefon-Hotline hilft Trauernden während der Corona-Zeit

Mit einer Trauerhotline unterstützt der Ambulante Palliativ- und HospizDienst Hannover (APHD) Trauernde während der Corona-Zeit. „Menschen, die Angehörige verloren haben und über ihre Trauer sprechen möchten, können uns jeweils am Freitag- und Samstagabend telefonisch erreichen“, sagt Heike Metje, Leiterin des Ambulanten Palliativ- und HospizDienstes. Die Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie seien eine zusätzliche Belastung für Trauernde, hat Metje erfahren. Zu dem Verlust des geliebten Menschen komme die coronabedingte Isolation hinzu. „Mögliche Gesprächspartner für Trauernde sind häufig stark mit der Organisation ihres Lebens unter Corona-Bedingungen beschäftigt oder mit dem Thema Trauer überfordert“, sagt die Hospizdienst-Leiterin. Dazu komme die derzeitige Begrenzung auf nur eine Kontaktperson sowie die fehlende Möglichkeit, sich in Gruppen oder in Cafés und Restaurants zu treffen.

 

„Trauern in der Corona-Zeit ist sehr anstrengend für die Betroffenen“, sagt Trauerbegleiterin Marion Wehrhahn, die Anrufe bei der Trauerhotline entgegennimmt. „Sie erleben ihr Alleinsein in der Corona-Zeit noch viel stärker als sonst.“ Auch die Angebote des Ambulanten Palliativ- und HospizDienstes wie Trauergruppen, ein Trauerstammtisch oder Trauerspaziergänge sind zurzeit nicht oder nur sehr eingeschränkt verfügbar. „Wir können Trauernden Einzelgespräche anbieten“, sagt Metje, „doch erfahrungsgemäß ist besonders der Austausch mit Menschen, die ebenfalls einen Verlust erlitten haben, besonders hilfreich bei der Trauerverarbeitung.“

 

Die Ende des vergangenen Jahres eingerichtete Trauerhotline werde zurzeit verstärkt nachgefragt, berichtet Wehrhahn. So riefen beispielsweise auch Menschen an, die ihre im Heim lebenden Angehörigen durch Corona verloren haben und sich von ihnen nicht mehr verabschieden konnten, weil die Heime keinen Besuch ermöglichen konnten. „Diese Menschen leiden dann unter Schuldgefühlen, weil sie ihren Angehörigen versprochen haben, sie nicht allein zu lassen und dieses Versprechen dann nicht halten konnten“, berichtet die zertifizierte Trauerbegleiterin. Sie hofft, dass die Corona-Vorschriften es dem Ambulanten Palliativ- und HospizDienst ab April wieder erlauben, Trauergruppen anzubieten. Bis dahin versucht sie Anrufenden auch dadurch zu helfen, dass sie ihnen einzelne Ansprechpartner nennt, die bereits an Trauergruppen oder am Trauerstammtisch teilgenommen haben. „Wer eine Trauerphase durchgemacht hat, ist oft gerne bereit, anderen in dieser Zeit beizustehen“, sagt Wehrhahn. Auch die Trauerhotline könne personell aufgestockt werden, wenn der Bedarf weiter zunimmt.

 

Zurzeit ist die Trauerhotline unter der Telefonnummer 0163 / 219 75 86 freitags und samstags von 19 bis 21 Uhr erreichbar. „Wir haben bewusst diese Zeit am Wochenende gewählt, da erfahrungsgemäß hier der meiste Gesprächsbedarf besteht“, erläutert Metje. Die Anrufe bei der Trauerhotline sind kostenlos und werden vertraulich behandelt.

 

Weitere Informationen über die Angebote des Ambulanten Palliativ- und HospizDienstes der Diakoniestation Hannover gibt es auch auf der Website www.palliativ-und-hospizdienst-hannover.de.

 

Sabine Dörfel/Öffentlichkeitsarbeit des Stadtkirchenverbandes

Foto: Daniel Reche/Pixabay

 

 

< 2 von 4 >
Zurück Print Send